Kurzgeschichten, ob gute, schöne, moderne, traurige oder Liebes-Erzählunen, Hermann Jonas, Autor, Dichter und Denker brennt mit
seinen Gedichten und Kurzgeschichten über Liebe, Hass, Alltagsstress und Wünsche die Gehirne frei und lässt Herzen vibrieren.
Wer gute Gedichte, moderne Märchen, spannende Science-Fiction, schöne Prosa, gute Poesie, oder Top-Lyrik sucht, ist bei diesem
Schriftsteller richtig gelandet. Sein Gedichte- und Kurzgeschichtenband Herzattacken ist zur Zeit noch ein Geheimtipp,aber Vorsicht !,
sein Buch sollte nur in Anwesenheit eines Notarztes gelesen werden.

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Fuck You!

Verdammt!

Es muss doch einen Weg geben mit wenig Aufwand viel Kohle zu machen, vielleicht...

Absolut genervt von meinem mir "persönlich" zugestellten Bankkontoauszug, holte ich mein
Meterbrot von letzter Woche, bekratzte es mit zwei Wochen alter Butter und legte mir meine
letzte Scheibe Wurst, die 3 Wochen alt war, drauf.

Missmutig biss ich in meine Kreation. Ob die Wurst noch gut war?, überlegte ich.

Egal! Es musste sich an meiner finanziellen Situation schnellstens etwas ändern. Nur was und wie?

Leider hatte mein bisheriger Lebenslauf kein verbrecherisches Talent bewiesen, sonst wäre
ich vielleicht Unternehmer, Anwalt oder Politiker geworden.

Politiker seufzte ich, das wäre was, schöne dicke fette Diäten kassieren für die eigenen
Erhöhungen abstimmen und nach ein paar Jahren Rentenanspruch besitzen, dessen Höhe
mir wie ein Lottogewinn schien.

Was kann ich nur machen?, ich wollte gerade heftig nachdenken, als mein Haus-Nachbar
mit seiner viel zu lauten Musik mal wieder mein Gehirn und dessen Kreise störte.

Eigentlich müsste ich von meinem Vermieter Schmerzensgeld bekommen, dafür, dass ich
das hier ertrage und und... ich bekam Kopfschmerzen und da war es schon wieder:

Rumms, rumms öhä, öhä, rumms, rumms, Fuck bla bla, rumms, rumms , öhä öhä you and
you dummdideldu...

Zum Glück hielten die Geräusche nicht lange an, er hatte die Musik wohl ausgestellt.
Klar, dachte ich, der geht bestimmt seine Mutter besuchen, Kohle abholen, denn mein
Nachbar hatte auch keine Arbeit, das wusste ich aus langjähriger Hörerfahrung.

Vielleicht sollte ich mir doch eine Arbeit suchen, man sagt ja immer Arbeit schändet nicht
den Unternehmer, aber dafür meine Gesundheit.

Ich sprang vom Küchenstuhl auf, nicht von Tatendrang besessen aber schnell genug um mir
meinen Kopf an der viel zu niedrig hängenden Küchenlampe zu stoßen.

Ich rieb meinen Schädel und nach der dritten Umkreisung einer sich farbigen Ankündigung
ging mir ein Lied auf: "Fuck You" zischte ich und wusste im selben Moment "Ich werde
Songwriter". Ich schreibe einen Hit, das kann doch nicht so schwer sein!

Erst den Text und dann die Melodie. Melodie? Ach was die fällt erst mal flach, ich mach
Sprechgesang, ein bisschen Rhythmus und dazu etwas Geplärre auf der Gitarre. Ja, das
hatte was, zumindest mehr Stil als ich immer von meinem Nachbarn zu hören bekam.

Jetzt fehlte nur noch der Text . "Zettel und Schreiber zu mir!" summte ich voll inspiriert
und besorgte mir flugs diese für einen Komponisten lebenswichtige Zutaten.

Text?!, warum Text überlegte ich, einfach ein paar Worte nehmen, die sowieso in jedem Lied
vorkommen, diese dann wie bei einem Kartenspiel schön mischen, zweimal abheben...

Ich grinste verschmitzt und hinterhältig zugleich und schon flossen die ersten Worte mit Tinte
geschrieben auf mein geduldiges Papier.

"Fuck, You, Mother, Brother, Hey, und Big Love"

Ich wollte es erst gar nicht glauben, aber wie von der Hand eines musikalischen Geistes
geführt formierten und produzierten sich die erste Strophe wie von selbst:

Hey you motherfucker
fuck your mother fuck your brother
fuck your brain - du bist so schön

"Genial", dachte ich, "Das ist es ein multikultureller Text", jetzt bloß keine Schreibblockade
aufbauen und schnell weitermachen,

Ja auf dem Kutter
mit der Mutter, lief es butter
doch um zehn - wollt' sie schon gehen

"So und jetzt noch einen Refrain, den haben auch die meisten Lieder"

Wenn das der Lutter
auf dem Kutter oder seine Schwiegermutter
hätt' gesehn - ich muss gestehen

fänd er das
überhaupt nicht Zucker, denn die Butter
auf der Mutter auf dem Kutter
konnt' nicht stehn' - das war zu sehn

Fertig!

Jetzt musste ich den Song nur noch schön in einen Brief stecken, und an die
Unterhaltungsindustrie schicken.

Gesagt getan... Aber irgendetwas fehlte noch, ich betrachtete den Brief von allen Seiten,
der Inhalt war Spitzenklasse aber... und da fiel es mir wie Schuppen von den Augen

"Da fehlt ja noch der richtige Siegel drauf" bemerkte ich bestürzt, "Mensch wo krieg ich denn
den jetzt her, wenn ich den hätte, dann würde ich ja sogar im Grand-Prix gewinnen."

Schade dachte ich so bei mir, beinahe hätte es geklappt.