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Die Bibliothek deutschsprachiger Gedichte schrieb am 28.07.2004


Sehr geehrter Herr Jonas,
lieber Autor,

schön, dass Sie sich am siebten Wettbewerb der Bibliothek deutschsprachiger
Gedichte beteiligt haben. Dafür danken wir Ihnen. Im Folgenden erhalten Sie die
angekündigte Bewertung Ihres Beitrages.

Sie betrachten die Bilder der Natur. Um sich ein Urteil über Ihre Arbeit bilden
zu können, hat sich die Jury eingehend mit den kreativen, sprachlichen,
inhaltlichen und bildhaften Seiten Ihres Gedichtes "Im Fluss"
auseinandergesetzt.

Der Text, den Sie uns eingesandt haben, schafft in einzigartiger Originalität
eine sprachliche Leistung, die aus der Menge merklich herausragt. Sie haben sich
mit Erfolg um Klarheit Ihres Anliegens bemüht. Beispielhaft hierfür ist die
Wendung "füllten Leere, mit dem Wissen". In punkto bildlicher Gestaltung ist ein
ungewöhnlich großes Sprachgefühl wahrnehmbar.

Die Formel des Heraklit wird in eine neue Sprache übersetzt. In der Abfolge der
klangvollen Reime unterstreichen Sie die Bewegung und Beschleunigung des Wassers.
Als Resümee kann ich sagen, dass sich Ihr überdurchschnittliches lyrisches Können
zeigt. Für Ihre weitere dichterische Entwicklung möchten wir Sie ausdrücklich
ermutigen, auch weiter diesen Weg zu verfolgen - dass Sie Ihr "poetisches
Handwerk" bereits beherrschen, ist offenbar. Ausgehend von Ihren vorhandenen
Stärken im sprachlichen Ausdruck und in der Bildsprache der Lyrik sollten Sie
etwas größeres Augenmerk auf genauer umrissene Themen legen. Dagegen haben Sie
hinsichtlich Ihrer Originalität eine besondere Anerkennung verdient.

Ich darf Ihnen mitteilen, dass ich Ihr Gedicht zur Entscheidung über die Aufnahme
in die nächste Anthologie-Buchausgabe an das Lektorat der Bibliothek
deutschsprachige Gedichte weitergeleitet habe. Es wird sich mit Ihnen im
September in Verbindung setzen. Falls die Jury Ihnen einen der Preise zuerkennt,
werden wir Sie noch eigens benachrichtigen. Die Preisträger werden dann außerdem
im Internet und in der nächsten Buchausgabe veröffentlicht.

Ich wünsche Ihnen weiterhin noch viel Beschäftigung mit den geistig
bereichernden Kräften der Poesie.

Dr. Klaus Pemsel, Vorsitzender der Jury